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Über uns

Musikertradition in Tettau

 

Zwischen den Bergen des Thüringer- und Frankenwaldes, dort wo sich einst zwei historische Verkehrszweige kreuzten, liegt im nordwestlichen Zipfel des Naturparks

Frankenwald der Markt Tettau.

Seine alteingesessene Glas- und Porzellanindustrie ist weltweit bekannt. In diesen

Industrien fanden und finden viele Bewohner des Grenzlandes einen Arbeitsplatz.

Gerade diese hart arbeitende Bevölkerung pflegte seit früher Zeit Musik und Gesang.

So war es auch kein Wunder, dass unser Verein am 8. Juli 1913 gegründet wurde.

Gründungsmitglieder waren:

  • Ernst Zillich, Dirigent
  • Karl Wagner, Vorstand
  • Arno Stauch, Schriftführer
  • Gustav Weckel, Kassier
  • Paul Reuter, Archivar
  • Richard Reuter, Mitglied
  • Gustav Reuter, Mitglied

Der Musikverein Tettau hatte sich die Aufgabe gestellt, die "Musik gemeinschaftlich zu pflegen und zu fördern". Das tat man dann auch.

Es wurden Tanzveranstaltungen und Konzerte abgehalten. Es gab sowohl eine Streichmusik als auch eine Blechmusik. ebenso besuchte man Musikfeste in der näheren Umgebung, z.B. Judenbach, Neuenbau, Wurzbach, Öslau, Kehlbach, Oberlind, Hasenthal, Windheim und Lauscha.

Auch wurden Lohnmusiken, wie Kirmes oder andere Veranstaltungen, im Umkreis

(z.B. Gräfenthal, Spechtsbrunn, Kleinbuchbach) durchgeführt.

 

Der Verein hatte sich zwischenzeitlich den Beinamen "Frohsinn" gegeben, das genaue Jahr konnte leider nicht festgestellt werden.

Aber in der Generalversammlung am 28. Februar 1924 wurde der Zusatz "Frohsinn" wieder gestrichen, und man hieß fortan nur noch "Musikverein Tettau".

 

 

Die Tettauer Kapelle 1916

Die Kapelle erfreute sich großer Beliebtheit. Auch gestaltete sie die örtlichen Aufgaben mit.

Diese Zeit war geprägt durch viele wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Musiker mussten ihre Instrumente wirklich vom "Munde absparen". Schließlich ging auch das "1000-jährige Reich" nicht spurlos an dem Verein vorüber.

Am 30.Juni 1934 musste sich der Verein neu gründen und die geltenden Statuten des "Reichsbundes deutscher Volksmusik" anerkennen. In die Zeit bis 1945 fiel auch das 25-jährige Jubiläum anno 1938.

Es wurde im Zuge der Zeit nicht besonders gefeiert. Auch hinderten die Kriegswirren den Verein daran, seine musikalische Qualität weiter zu verbessern. Ebenso hielt der Kriegstod Einzug in die Reihen der Mitglieder.

Gott sei Dank endete diese schreckliche Zeit 1945.

 

 

Ein lustiger Abend zum 25-jährigen Jubiläum

 

 

Nachkriegszeit bis 1963

 

Nach Gefangenschaft, Wirtschaftsniedergang und personellen Schwierigkeiten nahm man die Musikertätigkeit wieder auf. Bereits am 31. August 1947 fand die Wiedergründung des Vereins statt. Er musste damals noch "lizenziert" werden. Trotzdem war diese Nachkriegszeit für den Verein sehr fruchtbar. Besonders zu erwähnen sind die Operettenaufführungen, die weit und breit ihresgleichen suchten. Außerdem konnte der Verein in den folgenden Jahren seine musikalische Leistung durchgehend steigern, worauf er bei den Musikfesten hauptsächlich in der Oberstufe und der Kunststufe auftrat. Auf den Musikfesten schnitt er immer sehr gut ab, wovon unsere große "Trophäensammlung" zeugt. Stücke wie "Nebukadnezar", "Orpheus in der Unterwelt", "Die lustigen Weiber von Windsor", "Rienzi", "Einzug auf der Wartburg" uvm. sind sicher für manche unvergessen. Die Kapelle war, Dank ihrer Leistungen, weithin bekannt.

Ein wichtiges Datum war der 25. und 26.Juni 1953. Der Verein feierte sein 40-jähriges Jubiläum, was für Tettau eine große Schau wurde. Hervorzuheben ist dabei, dass letztmalig unsere Musikfreunde aus Lauscha und Neuhaus in die Bundesrepublik einreisen durften.

Der Verein setzte in den nächsten Jahren seine konzertante Richtung fort und bemerkte es wohl zu spät, dass eine neue Blasmusik am Himmel heraufzog. Langsam machte sich auch das Generationsproblem und Überalterung bemerkbar. Trotzdem feierte man noch das 50-jährige Jubiläum in der Turn- und Festhalle. Dabei wurde dem Verein vom damaligen Präsidenten des NBMB Georg Bayer die Verdienstmedaille in Gold am weiß-blauen Bande überreicht. Es wurde jedes Jahr, wenn auch unter Schwierigkeiten, der „Tag der Hausmusik“ abgehalten, wo neben einem „Salonorchester“ auch Blasmusik und Musikstücke am Flügel auf dem Programm standen.

 

 

50-jähriges Jubiläum in der Festhalle

 

 

Gründung einer Jugendkapelle 1963

Der langjährige Dirigent und Vereinsidealist Paul Reuter erkannte das große Nachwuchsproblem und gründete 1963 eine dem Verein angeschlossene Jugendkapelle.

Er wurde dabei von einigen älteren Musikern unterstützt. Schnell waren über 25 junge Leute in musikalischer Ausbildung, und man konnte schon bald kleine Kostproben seines Könnens geben.

Heute kann man sagen, dass durch diesen Schritt von Paul Reuter der Verein wahrscheinlich überlebt hat.

 

Von der damaligen Jugendkapelle sind heute noch aktiv:

Manfred Krautwurst, Flügelhorn

Dietmar Schmidt, Flügelhorn

 

 

Die Jugendblaskapelle Tettau 1963

 

 

Die Tettauer Blasmusik - 1978 bis heute

Unter der Vorstandschaft von Dietmar Schmidt und Dirigent Gerhard Heinz konnte man Musiker, darunter auch junge Damen, wieder neu begeistern.

Man änderte das musikalische Konzept und nahm sich jetzt auch der volkstümlichen Musik an.

Harte Proben- und Registerarbeit zeigten schon bald die ersten Früchte. Der Schützenverein Tettau gab der Kapelle das erste Engagement. Von nun an ging es dank der Unterstützung durch die Musikerfamilien steil bergauf. Auch wirkte sich die Zusammenarbeit mit Günter Pohl aus Weißenbrunn positiv aus.

 

Man wagte sich an größere Aufgaben: So spielte die Kapelle im Jahr 1981 zehn Tage hintereinander jeweils von 14:00 bis 23:00 Uhr in der Freiheitshalle auf dem Hofer Volksfest.

 

1982 folgte die erste Plattenaufnahme im Tonstudio Hiltpoltstein in der fränkischen Schweiz. Der Titel der ersten LP war "So klingt Blasmusik" und es gab auch die erste Sendung im Bayerischen Rundfunk.

 

 

Studioarbeit zur 1.Schallplatte 1982

 

1984 wurde der zweite Tonträger mit dem Titel "Blasmusik mit Herz und Schwung" eingespielt.

 

1986 erfolgte der erste Live-Auftritt im Rundfunk bei der Sendung "Grüße aus Oberfranken".

 

Auch beim Studio-Parkfest des Bayerischen Rundfunks in Nürnberg wurde die Kapelle live übertragen.

 

1988 feierte der Verein sein 75-jähriges Bestehen mit einem 4-tägigen Fest auf der Festwiese unterhalb der Festhalle. Hier waren neben den Tettauern auch die Blas-und Trachtenkapelle Weißenbrunn, die Blaskapelle Ebersdorf, das Blasorchester Lichtenfels, die Org. Reichenbacher Blasmusik, das Duo Trebes und zum ersten Mal In Tettau German Hofmann mit der Original Ochsenfurter Blasmusik" zu Gast.

1989 spielte die Kapelle beim "Bayerischen Oktoberfest" in Eckernförde an der Ostsee mit großem Erfolg auf.

1990 wurde die 3. LP mit dem Titel: "Laß das Musikanten machen" produziert.

Viel Freude und neue Freunde gab es bei den Eröffnungskonzerten anlässlich der Wiedervereinigung in den umliegenden Nachbarorten Spechtsbrunn, Hasenthal und Gräfenthal.

1991 wurde mit der FFW Tettau das erste thüringisch-fränkische Freundschaftsfest abgehalten. Die Kapelle jetzt unter der Leitung von Siegfried Grebner, hatte zahlreiche Auftritte in Festzeiten, wirkte aber auch bei Benefizkonzerten mit.

1993 wurde das 8O-jährige Bestehen zusammen mit dem Verein „Dadner Rasselbekk" gefeiert. Auch hier spielte wieder, neben anderen Kapellen, German Hofmann mit seinen Ochsenfurtern im Festzeit auf.

Besonders unter der jungen Dirigentenschaft von Holger Heinz und Bernd Knabner erhielt die Kapelle einen neuen Motivationsschub. Unter anderem spielte die Kapelle erstmals auf dem Sonneberger Vogelschießen. Die Kapelle zeigte in den letzten Jahren eine Vielfalt ihre Repertoires. Die Engagements nahmen ständig zu und man hat bis heute viele Freunde aus nah und fern gefunden.

 

 

Die Kapelle im Jahr 1983

 

1994 gab es wieder einen Auftritt beim Bayerischen Rundfunk. Es wurde aus der St. Katharinen Kapelle eine Live Sendung vom Altstadtfest in Nürnberg mit gestaltet.

Das Jahr 1995 stand ganz im Zeichen einer 1-wöchigen Reise über den großen Teich. Der Parademarsch bei der jährlich stattfindenden Steuben Parade im Herzen New York's ging -unter der Leitung von Wolfgang Milich die 5th Avenue hinab, am Central Park vorbei. Für alle Musiker und die mitgereisten "Fans" war dies ein Erlebnis der besonderen Art. Ebenso der anschließende Marsch aus dem Central Park heraus vor der Zechgemeinschaft Neukenroth ist vielen in Erinnerung geblieben. Weiterhin wurde bei einem deutsch-amerikanischen Club ein Konzert gegeben. Ein Abstecher nach Washington DC mit all seinen Sehenswürdigkeiten beschloss diese unvergessene Reise. 

 

 

Die Tettauer Blasmusik vor der St. Patrick's Cathedral in New York

 

Das 85-jährige Bestehen wurde im Rahmen eines Kreismusikfestes begangen. Dabei wurde erstmals auf das Aufstellen eines Festzeltes verzichtet, um in der Festhalle zu feiern. Die neugestalteten Außenanlagen der Festhalle durch die Marktgemeinde ergänzten sich zu einem imposanten Bild, als über 400 Musiker den Massenchor vortrugen.

 

1999 wurde der vorerst letzte Tonträger "Wenn die Musikanten kommen" unter der Gesamtleitung von Gastdirigent Herrn Stadtmusikdirektor Heiko Schulze (heutiger Bundesmusikdirektor) aufgenommen.

Ein gesellschaftliches Ereignis nichtmusikalischer Art war das Brauen von Bier, das von den aktiven Musikern mit viel Eifer nach den Vorgaben des „Braupapstes" aus Weißenbrunn getätigt wurde. Das Ergebnis war ein Bier namens „Musikantenstolz", mit einer besonderen Wirkung und sehr bekömmlich.

Nach Hessen zog es die Kapelle wieder zum Sommerfest des TV Burgholzhausen.

Das Jahr 2000 begann mit einem Live Auftritt auf der Oberfrankenschau mit Radio 1 in Kronach und der Eröffnung des neuen Info-Zentrums am Rennsteig in Spechtsbrunn. Weiterhin erfolgte die Teilnahme am Gemeinschaftskonzert des NBMB Kreisverband Kronach in Tettau.

Ein großes Ereignis war der gemeinsame Auftritt mit einer englischen Armeekapelle im großen Kuppelsaal des Congress-Centrums in Hannover anlässlich eines Kongresses der Europäischen Waldbauernvereinigung während der EXPO 2000. Im Anschluss daran ging die Fahrt weiter in Richtung Norden, um beim Oktoberfest der FLARAK 37 in Leck in Schleswig-Holstein unter der Leitung von Wolfgang Milich die Kaserne „zum Beben" zu bringen.

2001 stand neben dem mittlerweile "üblichen Auftritten" bei Schützen- und Parkfesten eine Teilnahme am Bundesbezirksmusikfest in Buchbach auf dem Programm. Im freien Wettbewerb wurde eine „sehr gute“ Beurteilung erzielt.

2002 wurde beim Bezirksmusikfest in Ludwigsstadt, diesmal wieder unter der Leitung von Holger Heinz, am Polkawettbewerb mit gutem Erfolg teilgenommen.

2003 feierte man das 90-jährige Jubiläum mit einem Kreismusikfest. Letztmals trat dort unser Freund German Hofmann mit seinen Ochsenfurtern auf. Ein weiterer Höhepunkt war der „Große Zapfenstreich“ hervorragend durch das „Symphonische Jugendorchester Küps“ vorgetragen, bei einem herrlich gestalteten Ambiente.

 

 

Die Kapelle zum 90-jährigen Jubiläum

 

Im nächsten Jahr konnte die Kapelle ihr Niveau weiter anheben und so spielte man auf dem Bayerischen Landesmusikfest in München 2005 einen 1.Rang beim „Böhmisch-Bayerischen“ Wettbewerb. Weitere herausragende Auftritte waren in den folgenden Jahren u. a. das Oktoberfest bei der Bundeswehr in Leck bei Sylt, die Auftritte im Konzertpavillon des Kronacher Freischießens und viele Feste in nah und fern.

 

2013 feierte der Musikverein Tettau vom 30.05. bis 02.06. sein 100-jähriges Bestehen wieder mit einem Kreismusikfest.

Absolutes Highlight war hier der Auftritt von „Ernst Hutter & Die Egerländer Musikanten“.

Auch haben wir eine Jubiläums-CD zusammengestellt auf der auch ein nagelneuer Titel „Böhmische Jubiläumsgrüße“ zu hören ist. Die Musik dafür komponierte Holger Mück, mit dem uns seit einigen Jahren eine gute Freundschaft verbindet.

Unser Fest endete wieder mit dem „Großen Zapfenstreich“ vom „Symphonischen Jugendorchester Küps“ inszeniert.

 

 

Die Kapelle im Jahr 2013 zum 100-jährigen Jubiläum

 

 

Vom 01. bis 03.06.2018 feierte der Musikverein Tettau e.V. sein 105-jähriges Bestehen erneut mit einem Kreismuskfest.

Höhepunkte des Festwochenendes waren der "Böhmische Abend" mit den Hergolshäuser Musikanten, sowie der Massenchor am Sonntag.

 

 

Die Kapelle im Jubiläumsjahr 2018
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